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Bewegung und Sport verbinden

Unterschiede in Herkunft, Kultur und Hautfarbe spielen absolut keine Rolle: Sport verbindet, unabhängig davon, wo die TeilnehmerInnen geboren wurden – auch in Innsbruck.

Ein Blick auf siegreiche Sportmannschaften genügt – die erfolgreichsten setzen sich aus internationalen Stars zusammen, die aus unterschiedlichen Nationen kommen. Ein ganz besonderes, lokales sportliches Integrationsbeispiel wurde 2014 mit dem Preis der Vielfalt der Stadt Innsbruck ausgezeichnet: der FC Sans Papiers, der erste rein aus Asylwerbern bestehende Fußballclub. Der Verein wurde 2012 von sieben Asylwerbern gegründet, die nur eines wollten: Fußball spielen. Mit der Unterstützung der Stadt Innsbruck, dem Land Tirol und weiteren Sponsoren ist es gelungen, stabile Vereinsstrukturen zu schaffen. „Der FC Sans Papiers ist ein Beispiel für gelebte Integration. Durch das gemeinsame Sporteln werden Brücken zwischen den verschiedenen Kulturen gebaut, es werden Kontakte geknüpft, Vorurteile schwinden und es entwickelt sich eine Gemeinschaft, die füreinander da ist. Der Verein ist ein österreichweites Vorzeigeprojekt“, lobt Vizebürgermeister und Sportreferent Christoph Kaufmann. Wie bei den meisten Integrationsprojekten, ist auch dieses auf die Mithilfe von Ehrenamtlichen angewiesen: „Ohne die vielen Freiwilligen hätte dieses Projekt nicht jenen Erfolg, den es hat. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen, die im Sportbereich mitarbeiten und damit dafür sorgen, dass Integration funktioniert, bedanken. So auch bei Gemeinderätin Angie Eberl, die als sich als Präsidentin mit viel Leidenschaft für den Verein einsetzt“, erklärt Vizebürgermeister Kaufmann. Die Stadt Innsbruck unterstützt den FC Sans Papiers finanziell sowie durch Zurverfügungstellung von Sport-Infrastruktur.

Integration durch „Bewegt im Park“

Auch bei „Bewegt im Park“, dem fünfzehnwöchigen Bewegungsprogramm, das vergangenes Jahr von Juni bis September zum ersten Mal in den Innsbrucker Grünanlagen angeboten wurde, legte die Stadt ebenfalls einen Fokus auf Integration. „Das Programm ist kostenlos und niederschwellig, es können wirklich alle Interessierten daran teilnehmen. Die Tatsache, dass die Teilnahme an keine Vereinszugehörigkeit gekoppelt ist, macht das Angebot auch besonders für Asylwerberinnen und Asylwerber attraktiv“, erläutert Kaufmann und geht weiter ins Detail: „Die dreimal wöchentlich stattfindenden Fußballtrainings am Beseleplatz haben sich als wahre Magnete für Sportlerinnen und Sportler aus verschiedenen Nationen herausgestellt. Durchschnittlich nahmen daran rund 20 Personen teil.“ Die Vielfalt an Sportarten, aber auch die Diversität der TeilnehmerInnen zeichnen das Projekt „Bewegt im Park“, das im Sommer 2017 erneut stattfindet, aus.

„Gemeinsame Bewegung ist eine der einfachsten Möglichkeiten, Brücken zu bauen. Es gibt einige schöne Beispiele, die belegen, dass Integration durch Sport in Innsbruck bestens funktioniert.“

Vizebürgermeister Christoph Kaufmann

Vizebürgermeister Christoph Kaufmann

Sportverein als Starthelfer

Ein weiteres Vorzeigebeispiel der Integration durch Sport findet sich zum Beispiel im Olympischen Dorf: Seit 2014 ist Mansata Cissé Teil des Basketballteams des Sportvereins Olympisches Dorf (SVO). Der 2,05-Meter große Senegalese kam über Flüchtlingsunterkünfte in Traiskirchen und Fieberbrunn nach Innsbruck. Bereits in seiner ehemaligen Heimat hat der junge Mann unter einem amerikanischen Trainer das Basketball spielen gelernt und ist so seit seiner Ankunft für den SVO eine große Unterstützung. Neben einer sportlichen neuen Heimat fand Mansata Cissé im Olympischen Dorf noch mehr: Freundschaft und Hilfe. Im Team wurde er mit offenen Armen empfangen. Besonders der sportliche Leiter und Trainer des Vereins, Hans Licha, der im November des vergangenen Jahres mit dem Sportehrenzeichen der Stadt Innsbruck ausgezeichnet wurde, nahm sich des Afrikaners an. Mit seiner Hilfe ist nicht nur die Integration in die Basketball-Mannschaft gelungen, Mansata Cissé bekam inzwischen sogar
eine Lehrstelle in der Klinik-Küche. „Geschichten wie jene von Mansata zu hören, tut gut und sie sind eindeutig Vorzeigebeispiele der gelungenen Integration“, zeigt sich Vizebürgermeister Christoph Kaufmann erfreut. DH