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Marco Kölle und seine HelferInnen befreiten die Sillschlucht im Vorjahr von Abfällen.
Marco Kölle und seine HelferInnen befreiten die Sillschlucht im Vorjahr von Abfällen.

Sensibler Umgang schützt Innsbrucks Wälder

Das städtische Forstamt unterstützt verschiedene private Initiativen, die sich um die Sauberkeit im Wald kümmern.

Bis zu zehn Jahre und länger dauert es, bis ein Zigarettenstummel verrottet. Bananen beispielsweise wachsen zwar in der Natur, ihre Schalen sind jedoch nicht so gut verträglich für Mutter Erde. Ihr Zerfall dauert nämlich längstens fünf Jahre. „Dem städtischen
Forstamt ist es ein Anliegen, Bewusstsein zu schaffen, damit Abfälle – auch wenn sie noch so natürlich erscheinen – in die Tonne und nicht in den Wald gehören“, erklärt der für das Forstwesen zuständige Stadtrat Franz X. Gruber. Mit mehreren Aktionen und in Kooperation mit engagierten BürgerInnen gelingt die Sensibilisierung schrittweise. „Als Leitspruch sollte gelten, dass alles, was man in den Erholungsraum mitnimmt, auch wieder nach Hause getragen werden muss“, betont Ing. Albuin Neuner vom Amt Land- und Forstwirtschaft.

Der Mülleimer von Thomas Martini fügt sich in die Waldkulisse ein und rundet umweltbewusstes Denken ab
Der Mülleimer von Thomas Martini fügt sich in die Waldkulisse ein und rundet umweltbewusstes Denken ab

Betreute Mülleimer

Achtlos Weggeworfenes schadet nicht nur dem ästhetischen Erscheinungsbild des Waldes, sondern auch seinen Bewohnern. Tiere könnten sich verletzen: Glas- und Porzellanscherben sind beispielsweise ebenso eine potentielle Gefahr wie Plastikverpackungen. „Probleme gibt es häufig mit Gassisackerln – diese werden oft gefüllt in den Wald geworfen und nicht wie vorgesehen im nächsten Müllkübel entsorgt“, schildert Förster Neuner. Eine nützliche Initiative, mit der diesem Verhalten entgegengewirkt werden kann,
stammt aus dem Jahr 2014. Seither kooperiert die Stadt Innsbruck mit Initiator Thomas Martini. Er baut Müllkübel aus Holz und betreut sie nach dem Aufstellen weiter. Gemeinsam mit Neuner hat er die Standorte eruiert, an denen die Holzbehälter angebracht wurden. Derzeit befinden sich noch zwei im Stadtteil Mentlberg. Jene acht Kübel, die entlang des Panorama-Rundwanderwegs am Bergisel montiert waren, wurden im Vorjahr von Unbekannten entwendet. Über eine neuerliche Montage werden derzeit Gespräche geführt. Die Müllkübel von Martini fügen sich in das Bild des Waldes ein, da er sie aus Holz baut. Die darin befindlichen Müllsäcke holt er in regelmäßigen Intervallen ab und übergibt sie dem Forstamt. Bei dieser Aktion kümmern sich die Mitarbeiter dann um die fachgerechte Entsorgung.

 

„Die Kooperationen des städtischen Forstamtes mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern tragen zur Sensibilisierung für saubere Wälder unverzichtbar bei. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für ihren vorbildlichen Einsatz.“

Stadtrat Franz X. Gruber

Stadtrat Franz X. Gruber

„Saubere Sillschlucht“

Wie viel Müll in Innsbrucks Wäldern unerlaubt entsorgt wird, zeigte sich im vergangenen Jahr bei der Aktion „Saubere Sillschlucht“. Initiator Marco Kölle sammelte an einem Tag mit zwölf Freiwilligen geschätzte 300 Kilogramm Müll. Auch heuer findet die Reinigungsaktion wieder statt. Für die Interessierten gibt es auf Facebook die Gruppe „Saubere Sillschlucht", in der man genauere Informationen zum Ablauf bekommt. Am Sonntag, 02. April, startet der Frühjahrsputz in der Schlucht. Treffpunkt ist um 10:00 Uhr beim Infopoint gegenüber der Straßenbahn-Haltestelle „Sonnenburgerhof“. Aus organisatorischen Gründen wird gebeten, sich vorab über die Gruppe auf Facebook mit dem Organisator in Verbindung zu setzen oder der in der Gruppe geteilten Veranstaltung zuzusagen. Der gesammelte Müll wird, wie im Vorjahr, am Ende des Tages von Mitarbeitern des städtischen Forstamts abgeholt.

Waldpädagogik für die Jüngsten

Freiwillige und Mitarbeiter des Forstamts sind sich einig: Es benötigt das Engagement von allen, damit Innsbrucks Wälder sauber bleiben. Im Rahmen des Waldpädagogik-Angebotes des Forstamtes werden daher bereits die jüngsten BürgerInnen auf ihre Verantwortung gegenüber der Natur aufmerksam gemacht. SAKU