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Bei der Vernissage zu „Nutzgenießer“ (v.l.): Laudator Christian Sanders, Referentin Natalie Pedevilla (Bildende Kunst und Kulturprojekte) und Künstlerin Maria Köfler
Bei der Vernissage zu „Nutzgenießer“ (v.l.): Laudator Christian Sanders, Referentin Natalie Pedevilla (Bildende Kunst und Kulturprojekte) und Künstlerin Maria Köfler

Herausforderungen der Zwischenmenschlichkeit

Ausstellung von Maria Köfler bis 26. März in der Galerie im Andechshof

Am 22. Februar 2017 eröffnete die renommierte Andechsgalerie in Innsbruck die Ausstellung „Nutzgenießer“ der österreichischen Künstlerin Maria Köfler. Die 29-jährige Innsbruckerin zeigt Arbeiten der letzten vier Jahre, in denen sie sich den großen Herausforderungen der Zwischenmenschlichkeit künstlerisch annähert: Ist das noch ein „ich gebe“ oder ist das nur noch ein „du nimmst“? Und wie viel kann ich geben, bevor nichts mehr übrigbleibt? In den Bildern von Maria Köfler stehen die Menschen und Dinge zueinander in Beziehungen. 

In der zeitgenössischen österreichischen Kunstszene nimmt Maria Köfler eine Sonderstellung ein. Sie entzieht sich den klassischen Traditionslinien, die in ihrer Negation dennoch erkennbar bleiben. Entgegen dem aktuellen Zeitgeist ist sie dem Handwerk verpflichtet und verzichtet zur Gänze auf die technischen Hilfsmittel des Computerzeitalters. 

Maria Köflers Medium ist die Grafik. Sämtliche gezeigten Bilder sind Papierarbeiten, gezeichnet mit Tusche, Bleistift, Rötel, Kreide und Lackstift. Motivisch kreisen ihre Bilder immer wieder um Insekten, Kriechtiere und Schmarotzer. Es tummeln sich penibel zu Papier gebrachte Nacktschnecken, Heuschrecken und all das, was in uns Ekel hervorrufen kann – häufig versteckt, verdinglicht oder zu jugendstilartigen Rank- und Rahmenelementen arrangiert. Man muss schon zweimal hinschauen, um zu entdecken, wie sich das Dekorative immer wieder in das Abstoßende wandelt. Daneben bedient sie sich souverän am Baukasten der Ikonografie unserer Zeit und bezieht Stellung zu den aktuellen medialen Diskursen. Maria Köfler zeichnet das Ungemütliche und zieht das Bizarre dem Gefälligen vor. Die von ihr geschaffenen Motiv- und Bedeutungsnetze sind in ihrer Vielschichtigkeit nicht letztgültig dechiffrierbar und doch ist Betrachter herausgefordert, es zu versuchen. 

Galerie im Andechshof

Innrain 1
Öffnungszeiten: Mi. bis Fr., 15:00-19:00 Uhr, Sa./So., 15:00-18:00 Uhr 
Eintritt frei, barrierefreier Zugang