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Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h könnte gegen den Lärm wirken.
Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h könnte gegen den Lärm wirken.

Stadt klärt über mögliche Maßnahmen gegen Lärm auf

Stadträtin Schwarzl legt Maßnahmenvorschläge vor

Die Stadt Innsbruck ist vom Land Tirol eingeladen, bis Mitte Juli Maßnahmenvorschläge für den Ballungsraum als Beitrag des Landes zum Umgebungslärms-Aktionsplan des Bundes vorzulegen. Die von der städtischen Verkehrsplanung erarbeitete innovative Stellungnahme zur Reduktion des Lärms, die Mobilitätsstadträtin Mag.a Uschi Schwarzl dem Stadtsenat kommende Woche vorlegen wird, würde bei langfristiger Umsetzung eine deutlich spürbare Beruhigung der Stadt bewirken und den Straßenverkehr sicherer und umweltfreundlicher machen. „Ich schlage langfristige Maßnahmen vor, die neben der Halbierung des Verkehrslärms auch zahlreiche positive Nebeneffekte haben“, geht die Stadträtin ins Detail. Konkret möchte sie im Namen der Stadt Innsbruck folgende vier Vorschläge melden:

  • Der Einsatz lärmmindernder Straßenbeläge bei Neuasphaltierungen von Straßen mit Geschwindigkeitsbeschränkung von 50 km/h, da bei Straßen mit niedrigeren Geschwindigkeiten der Effekt dieser Maßnahme verschwindend gering ist. Diese Maßnahme ist mit Baukosten verbunden.
  • Die Einführung einer Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h auf den Gemeindestraßen mit Ausnahme der großen Durchzugsstraßen. Neben einer Halbierung des Verkehrslärms käme es bei der Aktion „Sicher 30“ gleichzeitig zu einer Reduktion der Abgase. Angelehnt an das Grazer Modell, bei dem vor fast 30 Jahren Tempo 30 auf allen Straßen außer auf Vorrangstraßen eingeführt wurde, entsteht durch den geringeren Platzbedarfs des motorisierten Individualverkehrs neuer Straßenraum. Dieser kann für andere VerkehrsteilnehmerInnen, wie RadfahrerInnen und FußgängerInnen sowie Vorrangspuren für den öffentlichen Verkehr genutzt werden. In Graz sind 80 Prozent der Straßen 30er-Gebiet. 80 Prozent der Unfälle passieren in jenen Bereichen, in denen schneller als 30 km/h gefahren werden darf. Die Maßnahme „Sicher 30“ ist mit minimalen Errichtungskosten verbunden.
  • Die Wiedereinführung des 2010 aufgehobenen Nachtfahrverbots für benzinbetriebene Mopeds und Motorräder wäre eine deutliche Entlastung einer der lautesten Lärmquellen, die im Straßenverkehr vorkommt. Die technologische Weiterentwicklung ermöglicht, wie bereits einige Innsbrucker Unternehmen zeigen, dienstlich notwendige Nachtfahrten mit lärmarmen Elektrofahrzeugen. Bis Ende des laufenden Jahres gibt es außerdem noch eine Förderaktion seitens des Klima- und Energiefonds des Verkehrsministeriums. Diese Maßnahme ist mit minimalen Errichtungskosten verbunden.
  • Fassadenbegrünungen wurden in Wien an zahlreichen Objekten, unter anderem an Schulgebäuden, zur Lärmminderung durchgeführt. Erste vorliegende Ergebnisse sind vielversprechend. Die in der Stadt Innsbruck zuständigen Stellen bereiten im Laufe dieses Jahres Vorschläge für konkrete zu begrünende Gebäude vor. Die Kosten für diese Projekte liegen erst im Planungsstadium vor.

„Keine dieser Maßnahmen wird von heute auf morgen umgesetzt. Nach vorangegangener Detaildiskussion könnten die kombinierten Lärm- und Klimaschutzargumente bei einer sukzessiven Umsetzung zu Leuchtturmprojekten für die Verbesserung der Lebensqualität in Innsbruck werden“, erklärt Mobilitätsstadträtin Schwarzl und führt weiter aus: „Mit einer Stellungnahme ans Land und der konsequenten Arbeit an einer langfristigen Umsetzung der Vorschläge gilt es ein wichtiges Signal auszusenden, das zeigt, dass die im Koalitionsübereinkommen vereinbarten Ziele aktiv angegangen werden.“

Rückfragehinweis

Mag. Paul Aigner

Telefon +43 512 53601315

paul.aigner@magibk.at