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Überzeugten sich selbst von der kürzeren Ampelphase am Fürstenweg: Michael Kaufmann (Verkehrs- und Umweltmanagement), Stadträtin Uschi Schwarzl und Alt-Vizerektor Roland Psenner (Universität Innsbruck).
Überzeugten sich selbst von der kürzeren Ampelphase am Fürstenweg: Michael Kaufmann (Verkehrs- und Umweltmanagement), Stadträtin Uschi Schwarzl und Alt-Vizerektor Roland Psenner (Universität Innsbruck).

Mit dem öffentlichen Verkehr auf der Überholspur

Nicht nur die Zahlen des kürzlich präsentierten KundInnenberichts der Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB) belegen: Der öffentliche Verkehr in der Landeshauptstadt befindet sich auf der Überholspur. Auch die Schaltung der Ampeln sorgt für den Vorrang von Bus und Straßenbahn.

Innsbrucks BürgerInnen setzen im Alltag auf umweltfreundliche, ressourcenschonende und verlässliche Fortbewegungsmittel. Diesen Schluss legt eine im Oktober präsentierte Statistik nahe: Im vergangenen Jahr wurden auf den Linien der IVB erstmals über 60 Millionen Fahrgäste transportiert. Gegenüber 2016 entspricht dies einer Steigerung von mehr als zehn Prozent und auch der Anteil an StammkundInnen konnte weiter ausgebaut werden. Inzwischen besitzt jede bzw. jeder dritte InnsbruckerIn ein IVB-Zeitticket. Der Verkauf der Semestertickets ist im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte – nämlich um 54 Prozent – angestiegen. „Zusammen mit den zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegten Wegen bewegen sich mittlerweile 74 Prozent der Bürgerinnen und Bürger im sogenannten Umweltverbund. Dabei liegen die Öffis mit einem Marktanteil von 21 Prozent nur mehr knapp hinter dem Pkw mit 26 Prozent“, weiß die ressortzuständige Stadträtin Mag.a Uschi Schwarzl. Gefragt nach dem Erfolgsrezept meint IVB-Geschäftsführer DI Martin Baltes: „Wir sind laufend darum bemüht, ein moderner und zuverlässiger Mobilitätsdienstleister sowohl für alle Innsbruckerinnen und Innsbrucker als auch unsere Gäste zu sein.“

„Wir bevorzugen in Innsbruck jene, die umweltschonend von A nach B kommen wollen. Das ist eine bewusste Entscheidung in Zeiten der Klimakrise, die uns nur mehr ein Zeitfenster von wenigen Jahren gibt, um die Erderwärmung zu stoppen. Dort, wo wir als Stadt darauf einwirken können, tun wir das.“

Amtsführende Stadträtin Uschi Schwarzl

Amtsführende Stadträtin Uschi Schwarzl

Zielgerade in Sicht

Endspurt heißt es inzwischen beim Großprojekt „Straßen- und Regionalbahn“. „Im Jänner 2019 wird die Tram-Erweiterung ins Olympische Dorf abgeschlossen. Fast 40 Prozent mehr Kapazität zwischen O-Dorf und Technik sind ein Meilenstein“, blickt Stadträtin
Schwarzl mit Vorfreude in die Zukunft. Bis zur innerstädtischen Fertigstellung werden im Stadtgebiet knapp zwölf Kilometer Schienen neu verlegt sein. Mit dem außerstädtischen Abschluss der Arbeiten, der bis 2023 geplant ist, verläuft die Streckenführung von Völs über die Technik, durch das Zentrum von Innsbruck weiter ins Olympische Dorf und von dort aus bis nach Rum. Allein schon aufgrund der Tatsache, dass eine Straßenbahngarnitur 50 Personen mehr aufnehmen kann als ein Dieselbus, wird das Verkehrsaufkommen in der Landeshauptstadt spürbar entlastet. Details zum Projektstand: www.ivb.at/tramregionalbahn.

Vorrang für den Öffentlichen Verkehr

Der Umstieg vieler InnsbruckerInnen auf den öffentlichen Verkehr hat auch Adaptierungen und Optimierungen an den Schaltungen der Ampelanlagen zur Folge. Denn die Ampeln der Landeshauptstadt bevorzugen den öffentlichen Verkehr gegenüber dem Individualverkehr. Beinahe 93 der 118 Signalanlagen im Stadtgebiet gewähren dem öffentlichen Verkehr Vorrang und greifen dafür auf verschiedene Mechanismen zurück. Busse und Straßenbahnen müssen sich bei Ampeln beispielsweise „anmelden“, dies
funktioniert automatisch per Funk oder als Rückfallebene über verschiedene Erfassungseinrichtungen, wie zum Beispiel Induktionsschleifen, Videokameras, Erdmagnetsensoren, Schienenstellungen etc. Allein für die IVB werden pro Tag mehr als 30.000 solcher Schaltungen vorgenommen. Hinzu kommen noch Tausende Fahrten der Regionalbusse. Ein Beispiel aus der Praxis verdeutlicht die Folgen dieser flexiblen Schaltung: So kann die Straßenbahnlinie „3“, als derzeit hochwertigstes Verkehrsmittel, durch höchste
Priorisierung etwa drei Minuten zusätzlich pro Richtung einsparen. Außerdem können durch separate Busspuren, die ausschließlich für den öffentlichen Verkehr frei sind, pro Ampel zusätzlich 40 bis 80 Sekunden eingespart werden. Für die Linie „O“, die derzeit fünf große Kreuzungen überquert, bedeutet dies speziell in der Verkehrsspitze einen Zeitgewinn von drei bis sechs Minuten. „An manchen Streckenabschnitten in der Stadt, wie etwa dem Innrain und der Höttinger Au, ist das Aufkommen des öffentlichen Verkehrs so hoch, dass die Abstände der einzelnen Busse oder Straßenbahnen teilweise unter einer Minute liegen“, weiß Stadträtin Schwarzl: „Man kann sich also vorstellen, welche Herausforderung es ist, die Ampelanlagen alleine für die öffentlichen Verkehrsmittel zu steuern.“ AA