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BU: Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider und Projektleiterin Petra Mautner (Referat Verkehrsplanung, Klimaschutzstrategien) präsentierten zur Halbzeit das EU-Projekt SINFONIA.
BU: Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider und Projektleiterin Petra Mautner (Referat Verkehrsplanung, Klimaschutzstrategien) präsentierten zur Halbzeit das EU-Projekt SINFONIA.

Halbzeit beim EU-Projekt SINFONIA

Innsbruck bekommt Chancen und Herausforderungen auf dem Weg zu mehr Energieeffizienz.

Die Ziele des EU-Projekts SINFONIA sind klar: 50 Prozent weniger Energiebedarf, 30 Prozent mehr erneuerbare Energien und 20 Prozent weniger CO2-Emissionen. Innsbruck und Bozen wollen diese Ziele als SINFONIA-Partnerstädte erreichen. Die Tiroler Landeshauptstadt ist dabei bereits auf einem guten Weg, wie eine Zwischenbilanz zur Halbzeit zeigt.

Energieerzeugung, Energieverteilung und Energieeffizienz lauten die drei großen Maßnahmen in Innsbrucks „Smart District SINFONIA“. In diesem Sinne werden Öffentliche Gebäude und städtische Wohnbauten saniert. „Die Innsbruckerinnen und Innsbrucker profitieren direkt von den Sanierungen und auch die heimische Wirtschaft sowie die SINFONIA-Partner ziehen einen Mehrwert daraus“, erklärt Vizebürgermeisterin Mag.a Sonja Pitscheider am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Sie führt weiter aus: „Von dem maximalen Fördervolumen von 27,5 Millionen Euro entfallen 12,2 Millionen Euro auf Innsbruck. Das Investitionsvolumen beträgt dabei knapp 100 Millionen in unserer Stadt. Es zeigen sich Chancen und Herausforderungen, die wir gerne nutzen.“

Mehrwert bei Wohnhaussanierungen

Für die BewohnerInnen der betreffenden Wohnungen erhöht sich der Wohnkomfort und sie erhalten einen zeitgemäßen Standard. Der Mensch wird in das Projekt direkt einbezogen. Die Umwelt profitiert durch die Energiereduktion und Innsbruck wird fit für die Zukunft. Im Sinne der Vision „Tirol 2050“ wird das Land energieautonom. Auf technischer Ebene verschmelzen Theorie und Praxis, Forschung und Entwicklung bekommen gleichermaßen Platz und die SINFONIA-PartnerInnen können Erfahrungen austauschen.

Als zuständige Vizebürgermeisterin für Energie führt Pitscheider gesamthaft die in der Stadt Innsbruck umgesetzten Projekte an:

Aktionen der NHT

Die Neue Heimat Tirol (NHT) saniert im Rahmen von SINFONIA acht Liegenschaften und 580 Wohnungen. Jenes Projekt in der Oswald-Redlich-Straße/Fennerstraße konnte bereits abgeschlossen werden. 31 Wohnungen verfügen nun über eine zentrale Komfortlüftungsanlage. Der Heizwärmebedarf (HWB) konnte in 84 Wohnungen von gerundet 90 kWh/m2a auf 25 kWh/m2a (Fennerstraße) bzw. 24 kWh/m2a (Oswald-Redlich-Straße) reduziert werden.

IIG hat Vorreiterrolle

Volksschulen, die von der Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) betreut werden, sind Vorzeigebeispiele bei den energieeffizienten Sanierungen. Als erstes Projekt konnte die VS Pradl-Ost 2016 erfolgreich abgeschlossen werden. Jene in der Siegmairstraße, der Angergasse und Neu-Arzl bekamen bzw. bekommen unter anderem neue Fenster, eine Dämmung der Gebäudehülle (Ausnahme Siegmairstraße) sowie der obersten Geschoßdecke und eine Komfortlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Zudem wird dort auf LED-Beleuchtung umgestellt und es gibt bauliche Verbesserungen in Bezug auf Barrierefreiheit, Brandschutz und die Sanitäreinrichtungen. Die Sanierungen wurden von drei Workshops in den Schulen begleitet, damit auch die NutzerInnen sensibilisiert werden. „Die Verbesserung der Luftqualität, eine gleichmäßige Beleuchtung und die akustische Optimierung bilden einen Mehrwert für die Lehrpersonen und die Schülerinnen und Schüler“, weiß Pitscheider.

Aufgaben der Universität

Zu den ProjektpartnerInnen zählt auch die Universität Innsbruck. Deren ExpertInnen sind für die Erstellung einer energetischen Baseline – auch für ganz Innsbruck –  und Hochrechnungen bei der Umsetzung der SINFONIA-Maßnahmen im gesamten Distrikt zuständig. Die MitarbeiterInnen der Universität übernehmen das Monitoring. Sie führen bei einem Teil der Gebäude mit Zustimmung der jeweiligen MieterInnen die Kontrollen durch, ob die Maßnahmen auch den gewünschten Effekt bringen. Über einen Zeitraum von einem Jahr werden Messungen zu Raumtemperatur, Raumluftfeuchte, CO2 und Energie erhoben und evaluiert.

Intelligente Energie- und Infrastrukturlösungen

Die Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB) nutzen die Abwärme eines Großtransformators im Umspannwerk Mitte, um ihr Bürogebäudes in der Salurner Straße über eine Wärmepumpe zu beheizen. Bei der Kläranlage in der Roßau wurde des Weiteren ein Biomassekraftwerk errichtet. In dieser Anlage wird aus Hackschnitzeln energiereiches Holzgas gewonnen. Mit dem daraus erzeugten Ökostrom und der Wärme werden das Klärwerk selbst, das Hallenbad O-Dorf und das Seerestaurant „deck47“ am Baggersee versorgt. Komplettiert wird das gesamte System mit einer Photovoltaik-Anlage beim Hallenbad O-Dorf sowie auf der Fassade des neuen Biomassekraftwerks. Die dort erzeugte Energie entspricht dem Strombedarf von rund 500 Haushalten und 300 Einfamilienhäuser könnten mit der Wärme versorgt werden.

Abwärme nutzen

Die Tigas nutzt die industrielle Abwärme ihres Kooperationspartners Tiroler Rohre.  Durch die Einspeisung der Abwärme in ihr Fernwärmesystem können rund 1.500 Haushalte versorgt werden. Das jährliche Wärmeeinspeisungspotential liegt bei knapp 23.100 MWh.

Mehrwert für EnergieversorgerInnen

Die Standortagentur als District Leader und die Stadt Innsbruck sind sich einig, dass die ProjektpartnerInnen durch das EU-Projekt ebenfalls einen Mehrwert erhalten. Dazu zählt nicht nur ein Wettbewerbsvorteil durch technische Innovationen, sondern auch das Netzwerk. Dieses können sie bilden, indem sie untereinander Wissen aufbauen. Ein dritter Vorteil ist der Ausbau der erneuerbaren Energien, in denen in Bezug auf die Energieeffizienz die Zukunft Innsbrucks liegt. (SAKU)

Chancen von SINFONIA:

  • Impuls für die regionale Wirtschaft
  • Kooperation und Wissenstransfer
  • Interdisziplinarität
  • Ausarbeitung neuer Business-Modelle
  • Technische Maßnahmen für BürgerInnen (Wohnbau)
  • Reputation auf EU-Ebene