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Campagne-Areal: Größtes Wohnbauprojekt bis 2018 auf der Zielgeraden

 

Campagne-Areal: Größtes Wohnbauprojekt bis 2018 auf der Zielgeraden

Wohnraum in Innsbruck ist aufgrund der geografischen Lage der Stadt begrenzt. Die Nachfrage nach günstigen Wohnungen steigt. Die Stadtregierung hat es sich im Rahmen ihres Arbeitsübereinkommens von 2012 zum Ziel gemacht bis 2018 insgesamt 2.000 neue Wohnungen zu schaffen. Im Sommer 2015 zur Halbzeit der Regierungsperiode waren 1.245 Wohnungen in Umsetzung. Mit dem Campagne-Areal in der Reichenau kommen auf einer Fläche von 83.000 m2 weitere 1.000 Wohnungen dazu. Die Größe des Areals ist gleichzeitig das Potenzial. Schließlich entstehen neben Wohnungen auch Grünflächen, Sportanlagen und Infrastruktur, was mit einer Absiedlung und Verlegung der bestehenden Sport- und Freizeitanlagen einhergeht.

„Am ehesten vergleichbar ist das Projekt mit der Verbauung des alten Tivoli-Stadions im Jahr 2000. Dort entstanden auf sieben Hektar 472 Wohnungen für über 1.500 Bewohnerinnen und Bewohner sowie eine allgemeine soziale Infrastruktur von Kindergarten und Schülerhort über ein Jugendzentrum bis zum Seniorenwohnheim“, betont Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer.

Entwicklungsgeschichte des Areals

Das Campagne-Areal beschäftigt die Innsbrucker Politik schon seit Jahren. Auf Grund der vielseitigen Interessenlagen war die Umsetzung schwierig. Nun ist das Projekt auf der Zielgeraden. Startpunkt waren die Gespräche mit den einzelnen Sportvereinen im Herbst 2013. In der Folge konnte mit der Sportunion Tirol/ Turnerschaft Innsbruck eine Vereinbarung getroffen werden. Zwischen Paschbergweg, Wiesengasse und Helblingstraße wird von der Innsbrucker Immobilien Gesellschaft (IIG) eine neue Tennisanlage errichtet, die als Ersatz für den bestehenden Vereinsstandort in der Radetzkystraße 41 gilt.

„Die neue Tennisanlage in Pradl Süd ist ein weiterer Mosaikstein im Sinne des Ausbaus der sportlichen Infrastruktur in der Tiroler Landeshauptstadt“, freut sich Vizebürgermeister und Sportreferent Christoph Kaufmann.

Parallel dazu wurden Grundstücksgespräche zum Campagne-Areal geführt: So wurden das Grundstück der Reichenauer Straße 150 (Stift Wilten) sowie die Liegenschaft Langer Weg 35 (Schrebergärten) bereits erworben. Mit den Innsbrucker Kommunalbetrieben wird über ein Grundstück am Langen Weg 29 verhandelt.

Kern des geplanten Projektes ist, dass die für Wohnbau reservierten Grundstücke im südlichen Bereich angesiedelt werden, um die Wohnqualität zu steigern. Die weniger sensiblen Sport-Nutzungen werden näher am Straßenverlauf im nördlichen Bereich angeordnet.

Der bestehende Fußballplatz übersiedelt von der Radezkystraße an den Langen Weg (Platz wird dem IAC prioritär aber ohne Rechtsanspruch zur Verfügung gestellt). Die Kosten für die neue Sportstätte belaufen sich auf rund 4,5 Mio. Euro. Das Volkshaus wird samt Gastronomie, Kegelbahn und Büroräumlichkeiten an der Reichenauerstraße 150 neu errichtet. (Kosten ca. 5,2 Mio. Euro). Bezüglich der Tennisanlage für die verbleibenden Tennisvereine IEV und ITC wurde hinsichtlich der Planung noch kein Einvernehmen erzielt. Um ein bestmögliches Ergebnis zu erreichen, werden die konkreten Umsetzungsvorschläge im Rahmen des kooperativen Planungsprozesses entwickelt.

Kooperative Planung mit allen Beteiligten

Um das größte Potenzial aus diesem Projekt schöpfen zu können, wird erstmals in Innsbruck ein sogenanntes „kooperatives Planungsverfahren“ auf Basis eines Stadtsenatsbeschlusses vom 18. November 2015 durchgeführt. So entsteht ein Masterplan, der die Bauplätze, die Erschließungen und Grünflächen im Bereich des Campagne-Areals unter Federführung und Projektleitung der IIG festlegt. Insgesamt können die vielseitigen Interessen besser erfasst und bearbeitet werden. Zeit und planungsökonomische Vorteile liegen dabei auf der Hand. Der Zeitrahmen ist sportlich: Bis Mitte 2016 soll das kooperative Planungsverfahren, dessen Kosten mit maximal 250.000 Euro angesetzt sind, beendet sein. Darauf aufbauend wird ein einstufiger Architekturwettbewerb für die einzelnen Baufelder durchgeführt. Verschiedene mit Experten besetzte Planungs- und Lenkungsgruppen begleiten die Projektentwicklung. „Mit dem Masterplan wird sich der Umsetzungsplan ergeben. Dieser legt fest, welche Bauetappen in welcher zeitlichen Reihenfolge durchgeführt werden“, beschreibt IIG-Geschäftsführer Dr. Franz Danler den Ablauf. Der Baubeginn soll Anfang 2018 erfolgen.

„Das kooperative Planungsverfahren hat mehrere Vorteile: Die vielseitigen Interessen vor Ort können besser erfasst und erarbeitet werden. Es werden sowohl Anrainerinnen und Anrainer als auch die ansässigen Vereine, Schulen und Kindergärten in den Planungsprozess miteinbezogen“, erklärt Planungsstadtrat Mag. Gerhard Fritz.

Kosten für Wohnbau und Sportstätten

Die anfallenden Gesamtkosten für die Stadt Innsbruck liegen bei 35,7 Mio. Diese gliedern sich in 7,5 Mio. Euro Grundkosten und 28,2 Mio. Euro Baukosten (inklusive Reitsportanlage der Campagnereiter in Igls und die Tennisanlage am Paschberg). Die geschätzten Gesamtinvestitionsvolumen für den Bereich Wohnbau liegen bei rund155 Mio. Euro. „Leistbares Wohnen für die Innsbruckerinnen und Innsbrucker ist der Stadtpolitik ein wesentliches  Anliegen. Ich freue mich, dass wir mit dem Campagne-Areal auch für künftige Generationen Wohnraum schaffen können“, betont Wohnungsstadtrat Andreas Wanker.

Der Stadtsenat nahm den Bericht der Innsbrucker Immobilien Gesellschaft zur Kenntnis und stimmte dem Abschluss der Verträge zu.

Weiters wurde dem erweiterten Stadtsenat ein Bericht über das Projekt Stadtbücherei im PEMA II Turm präsentiert. Beim Sondergemeinderat am 27. Jänner wird dieses Thema zur Abstimmung kommen. (KR)

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