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Bei der Firstfeier Haus der Musik Innsbruck (v.l.): IIG-Geschäftsführer Franz Danler, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, Landesrätin Beate Palfrader, Landeshauptmann Günther Platter und Architekt Erich Strolz
Bei der Firstfeier Haus der Musik Innsbruck (v.l.): IIG-Geschäftsführer Franz Danler, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, Landesrätin Beate Palfrader, Landeshauptmann Günther Platter und Architekt Erich Strolz

Firstfeier beim Haus der Musik Innsbruck

Rohbauarbeiten bis Ende 2016 erledigt, kultureller Infrastrukturbau im Zeitplan

Das neue Haus der Musik Innsbruck bietet ab 2018 Kultur pur. In dem neuen Zentrum finden Institutionen aus den Bereichen Musik und Theater eine Heimat. Insgesamt ziehen zehn verschiedene NutzerInnen – Tirols größter Klangkörper, das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck (TSOI), die Kammerspiele des Tiroler Landestheaters, das Landeskonservatorium, das Mozarteum und das Institut für Musikwissenschaften der Universität Innsbruck sowie die Festwochen Alten Musik und die musikalischen Landesverbände – dort ein. Sie werden das Haus ganzjährig und ganztägig bespielen. 

Nach dem Spatenstich am 20. November 2015 lud die für die Bauabwicklung zuständige Innsbrucker Immobilien Gesellschaft (IIG) am 07. Dezember 2016 zur Firstfeier beim in das vom Innsbrucker Architekten Erich Strolz geplanten Gebäude. Mit den Ausbauarbeiten wird ab Jänner 2017 begonnen. 

„Mit dem Bau und der Realisierung eines der derzeit größten Investitionsprojekte Tirols setzt das Land Tirol ein klares kulturpolitisches Bekenntnis. Ein Aushängeschild für Innsbruck und ein Zeuge des hohen Stellenwertes der Musik in unserem Land – das ist das Haus der Musik Innsbruck, in welchem Musik- und Kulturinteressierten die Türen ganzjährig und ganztägig offen stehen werden. Mit Stolz und Freude gibt uns die Firstfeier die Gelegenheit, uns bei allen am Bau beteiligten Partnern für ihre hervorragende Arbeit zu bedanken“, betonte Landeshauptmann Günther Platter. 

„Mit dem Haus der Musik Innsbruck entsteht ein kulturelles Kompetenzzentrum und ein lebendiger Ort künstlerischer Begegnung. Ich freue mich, dass das Projekt Gestalt annimmt und künftig Kulturschaffende, Lehrende und Studierende unter einem Dach vereinen wird“, so Kulturlandesrätin Dr.in Beate Palfrader. 

„Das Haus der Musik Innsbruck bildet den ersten Pfeiler der Umgestaltung des Kunst- und Universitätsgevierts zwischen Universitätsstraße und Kaiserjägerstraße. Ab 2018 steht der Bevölkerung dort ein modernes und offenes Zentrum mit vielfältiger Nutzung zur Verfügung. Nur durch die gemeinsamen Anstrengungen von Stadt Innsbruck, Land Tirol und Bund wurde es möglich, dieses Projekt, das das Kulturleben der Tiroler Landeshauptstadt rein infrastrukturell auf eine neue Ebene hebt, zu verwirklichen“, erläuterte Innsbrucks Kulturreferentin Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer. 

Auch bei IIG-Geschäftsführer Dr. Franz Danler ist die Freude groß: „Das Haus der Musik Innsbruck ist neben der WUB-Halle das größte laufende städtische Investitionsprojekt. Eine Besonderheit ist die Abstimmung mit den vielen verschiedenen NutzerInnen. Nun steht mit dem Rohbau die äußere Hülle und das Haus kann bis 2018 Zug um Zug Gestalt annehmen.“

Firstfeier als Leistungsschau

Ähnlich wie beim Spatenstich präsentierte sich das Haus der Musik Innsbruck auch anlässlich der Firstfeier dank der verschiedenen künftigen NutzerInnen von seiner vielfältigen Seite. Beim künftigen Eingangsbereich begrüßten vier kostümierte Statisten des Tiroler Landestheaters die BesucherInnen. Über die große Stiege ging es zum Herzstück des Hauses, dem „Großen Saal“. Dort fanden die Ansprachen statt, ein Kurzvideo zum bisherigen Bauablauf wurde gezeigt und der Blasmusikverband Tirol, der Sängerbund Tirol, ein Jazz-Ensemble des Tiroler Landeskonservatoriums sowie der Volksmusikverein Tirol warteten mit musikalischen Gustostückerln auf.
Im Anschluss konnte das Haus im Rahmen einer kleinen Baustellenführung erkundet werden. 

Weiterer Zeitplan Haus der Musik Innsbruck

Bis Ende 2016 wird die Juryentscheidung des von Land Tirol und der Stadt Innsbruck gemeinsam durchgeführten Wettbewerbs zu „Kunst am Bau“ erfolgen. 
Mit den Innenarbeiten wird im Jänner 2017 begonnen. Diese sind im November abgeschlossen. Parallel dazu erfolgen von Jänner bis September die Arbeiten an der Fassade.
Mit der Baufertigstellung wird Anfang 2018 gerechnet. Die Einrichtung und Komplettierung sowie der Probebetrieb erfolgen Anfang 2018 bzw. Sommer. Die Gesamtfertigstellung wird voraussichtlich im 3. Quartal (September) 2018 stattfinden.
Den Baufortschritt sowie ein Chronologie zum Haus der Musik Innsbruck findet man auf dem eigens eingerichteten Internet-Blog auf http://www.hausdermusik-innsbruck.tirol/

Haus der Musik Innsbruck kurz und bündig

Neben einem großen Veranstaltungs- und Probesaal für rund 550 Personen, der sowohl dem TSOI als auch Externen für Veranstaltungen zur Verfügung steht, sieht das Raumprogramm zusätzlich kleinere Säle sowie Verwaltungs- bzw. Übungsräume und ein Depot für Instrumente vor. Für die Kammerspiele des Tiroler Landestheaters entstehen eine Bühne mit Zuschauerraum, ein Bühnenturm, eine Black Box, Garderoben und Werkstätten. Da das Haus der Musik Innsbruck mehrere wichtige musikalische Ausbildungsstätten der Landeshauptstadt an einem Standort zusammenführt, entsteht eine Gemeinschaftsbibliothek für Landeskonservatorium, Musikwissenschaften, Mozarteum und ein Kompaktarchiv. Zusätzlich sind Räume für das Tiroler Landeskonservatorium und das Institut für Musikwissenschaft sowie die Landesvereine Sängerbund, Volksmusikverein und Blasmusikverband reserviert. Auch die Festwochen der Alten Musik und ein Gastronomiebetrieb werden dort untergebracht. 

Zahlen, Daten, Fakten

Für die Kostenaufteilung wurden die erforderlichen Grundsatzbeschlüsse bereits im Dezember 2013 von Bund, Land Tirol und Stadt Innsbruck gefasst. Der Innsbrucker Stadtsenat segnete den Projektbericht am 06. Mai 2015 einstimmig ab. Am 19. Mai wurde die Beschlussfassung über den Finanzierungsanteil des Landes in der Landesregierung gefasst. Der Kostenrahmen liegt unter Einberechnung des Anteils für die Denkmäler (Befundung, Abnahme, Übersiedlung) bis zum Fertigstellungstermin 2018 bei geschätzten 58 Millionen Euro. Davon werden rund 23,6 Millionen Euro vom Land Tirol, 25,4 Millionen Euro von der Stadt Innsbruck und 9 Millionen Euro vom Bund getragen. 

Denkmalgeschützte Objekte

Der Neubau des Hauses der Musik Innsbruck erforderte den Abbruch des ehemaligen Stadtsaalgebäudes in der Universitätsstraße 1. Damit in Verbindung stand der Abbau der drei denkmalgeschützten Objekte Stadtsaalorgel, Weilerfriese und Leopoldsbrunnen.
Die Stadtsaalorgel hat seit Sommer 2016 ihre neue Heimat in der Kirche zum Heiligen Josef der Pfarre Ötztal-Bahnhof. Die Weilerfriese wurden restauriert und befinden sich aktuell in einem Depot der Innsbrucker Immobilien Gesellschaft. Auch der Leopoldsbrunnen erhielt eine „Verjüngungskur“ und wird im Rahmen der Vorplatzgestaltung beim Haus der Musik Innsbruck wieder aufgestellt.

Vorplatzgestaltung Hintergrund

Die Aufgabe der Gestaltung des Vorplatzes zum Haus der Musik Innsbruck wurde an eine Projektgruppe unter der Führung des Amtes Tiefbau im Stadtmagistrat übertragen. Diese Projektgruppe wird von einer Steuerungsgruppe mit VertreterInnen aus allen Fraktionen der Innsbrucker Stadtregierung begleitet. Bei der Gestaltung des Vorplatzes ist auf das Umfeld der historischen Bauten, der kulturellen Einrichtungen, aber auch der drei bestehenden Bäume als Naturdenkmäler Bedacht zu nehmen. Im Jahr 2003 wurde nach dem Bau der Tiefgarage am Rennweg bereits ein Teil des damaligen Gestaltungsplanes begonnen. Dieser Bestand soll nun am Vorplatz des Hauses der Musik Innsbruck entsprechend den aktuellen Anforderungen weiterentwickelt werden und auch an die Hofburg, das Volkskunstmuseum sowie die Hofkirche anschließen. Verkehrlich werden die Ziele darin gesehen, die Querbarkeit für FußgängerInnen zu erleichtern, einen angenehmen Aufenthaltsort und ein adäquates Vorfeld zum Eingang in die Altstadt bzw. den Burggraben zu schaffen. Mit einer qualitätsvollen Gastronomie am Platz wird an die Tradition des alten Stadtcafes angeschlossen. Einen besonders sensiblen Umgang erfordert die Neupositionierung des Leopoldbrunnes sowie die gestalterische Einbeziehung der drei Baum-Naturdenkmale. Erste Arbeiten zur Vorplatzgestaltung werden im Juli 2017 erfolgen. Spätestens ein Jahr darauf wird der Straßen- und Freiraum rund um das Haus der Musik neu gestaltet sein. (KR)