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Wie schon bei der Sillmündung, werden Gehölzpflegemaßnahmen in den Uferbereichen durchgeführt
Wie schon bei der Sillmündung, werden Gehölzpflegemaßnahmen in den Uferbereichen durchgeführt

Pflegeschnitt für städtische Uferbereiche

Ausholzungen entlang des Innufers starten

Mehr als 23 km säumen das Ufer des Inns auf dem Innsbrucker Stadtgebiet. Dies ist ein spezieller Lebensraum für die heimische Flora und Fauna, der gleichzeitig einen wesentlichen Beitrag zum Schutz vor Hochwasser leistet. Damit dies auch weiterhin gewährleistet ist, startet das Amt für Land- und Forstwirtschaft Mitte Jänner in Zusammenarbeit mit dem Bundeswasserbau mit den ersten Maßnahmen zur Gehölzpflege an den Uferbereichen im Traklpark, Hoher Weg und Hans-Flöckinger-Promenade. Die weiteren Ausführungen erfolgen im selben Zeitraum im darauffolgenden Jahr im Bereich Sanatorium Kettenbrücke, Arthur-Haidl-Promenade und Sieglangerufer. 

Das städtische Forstamt führte gemeinsam mit der Bundeswasserbauverwaltung Tirol, dem Baubezirksamt Innsbruck und dem Vertreter des öffentlichen Wassergutes im Sommer 2015 eine Begehung durch. Hierbei wurden jene Uferabschnitte ausgewählt, in denen Gehölzpflegemaßnahmen dringend durchzuführen sind.
Vizebürgermeisterin Mag.a  Sonja Pitscheider und Stadtrat Franz X. Gruber erläutern: „Bewaldete Uferbereiche sind Lebensräume, die gepflegt werden müssen, damit der volle Funktionserhalt entlang des Inns gewährleistet wird. Sollte es Hochwasser geben, ist es wichtig, dass die Uferbereiche dem Wasserdruck standhalten können und die Erosionen so gering als möglich gehalten werden.“ 

Risikomanagement und Verjüngungskur

Bei den durchzuführenden Pflegemaßnahmen wird ausschließlich ein Gehölzschnitt vorgenommen. Diese Gehölzpflege erfüllt mehrere Aufgaben. Um den erforderlichen Abflussquerschnitt des Inns aufrechterhalten zu können, werden im unteren Böschungsdrittel größere Bäume und Totholz entfernt. Dies vor allem deshalb, weil die Gefahr besteht, dass sie bei Hochwasser herausgerissen werden und in weiterer Folge zu Verklausungen führen könnten.
Ein anderer Schwerpunkt liegt in der Sicherung der landseitig angrenzenden Weg- und Parkanlagen. Abgestorbene Äste und Bäume, soweit sie nicht im Zuständigkeitsbereich des Grünanlagenamtes liegen, werden vollständig entfernt. Bei Baumbeständen, die eine sehr einheitliche Altersstruktur aufweisen, wird ein Entwicklungsschnitt durchgeführt. „Diese Art des Baumschnittes zielt vor allem auf eine strukturierte, naturnahe Entwicklung des Gesamtbestandes ab und erfüllt gleichzeitig die Notwendigkeit eines möglichst guten Wasserabflusses im Hochwasserfall.“, erklärt Referatsleiter Ing. Albuin Neuner. 

Heimische Artenvielfalt fördern

Im Zuge der Gehölzpflegemaßnahmen wird auch auf ein standorttypisches und vielfältiges Artenspektrum geachtet. „Gartenpflanzen und standortfremde Arten, die langsam wachsende, zum Teil heimische Gattungen, überwuchern und verdrängen, werden entfernt. Damit ist die Biodiversität entlang des Innufers gesichert“, ergänzt Vizebürgermeisterin Pitscheider.
Ein Augenmerk dabei liegt auch auf der Wurzelstruktur der gepflanzten Bäume. Idealerweise werden Weiden, die mit ihren stark verzweigten, kräftigen Wurzeln das Erdreich festigen mit Erlen kombiniert. Diese bilden ein tiefenreiches Herzwurzelsystem, das sich perfekt mit dem Wurzelgeflecht der Weiden ergänzt.
Durch die Gehölzschnittmaßnahmen fällt Material an, das aus dem Böschungsbereich entfernt, gehäckselt und der weiteren Verwendung, beispielsweise als Dünge-, Dämm- oder Heizmaterial, zugeführt wird.

Das vorliegende Pflegekonzept ist die Fortführung des bestehenden und bewährten Konzeptes für den Bereich der Sillmündung. Entsprechend der Verordnung des Amtes der Tiroler Landesregierung sind Gehölzpflegemaßnahmen nur im Zeitraum vom 15. November bis 15. März, also in der Vegetationsruhe, zulässig.

Die Gesamtkosten von 180.000 Euro werden zu zwei Drittel vom Baubezirksamt und zu einem Drittel von der Stadt Innsbruck getragen, wobei die Arbeitsleistung ausschließlich von den Mitarbeitern des Amtes für Land- und Forstwirtschaft und des Baubezirksamtes erbracht wird. VL

Weitere Informationen:
Amt für Land- und Forstwirtschaft
Trientlgasse 13, EG
Tel.: +43 512 5360 7180
E-Mail: post.land.forstwirtschaft@innsbruck.gv.at