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Die Wanderwege entlang der Nordkette erfreuen sich im Winter wie Sommer großer Beliebtheit.
Die Wanderwege entlang der Nordkette erfreuen sich im Winter wie Sommer großer Beliebtheit.

Testlauf für Poller auf Nordkette beginnt

Autoverkehr auf Forstwegen wird reguliert.

Mit der Fertigstellung des neuen Umbrüggleralmwegs auf der Hungerburg beginnt in dem sensiblen Landschaftsschutzgebiet auf der Nordkette ein Testlauf: Damit der motorisierte Individualverkehr auf das notwendige Mindestausmaß  reduziert wird, beschloss der Stadtsenat einstimmig die Errichtung von drei Pollern.

Vorteile gegenüber Schrankensystem

Im Endausbau – geplant für 2018 – werden auf den drei Hauptzufahrten Höttinger-Bild-Weg, Umbrüggleralmweg und Höttinger Almweg durch eine automatisierte Zufahrtskontrolle nur die tatsächlich Berechtigten die Forstwege mehr nutzen können. Im Bereich Arzl ist dazu für die derzeit präferierte Variante noch die entsprechende Zustimmung eines Grundbesitzers einzuholen. „Die automatischen Poller werden illegale Autofahrten beenden. Die tatsächlich Nutzungsberechtigen können durch den neuesten Stand der Technik jederzeit passieren, zugleich wird das beliebte Naherholungsgebiet auf der Nordkette beruhigt. Wanderer, Eltern mit Kinderwägen sowie Biker werden weit weniger behindert bzw. gefährdet“, betont der für das Forstwesen zuständige Stadtrat Franz X. Gruber. Zudem haben die Poller einen weiteren Vorteil: Es handelt sich dabei um ein Fahrzeug gebundenes System. Hinter der Windschutzscheibe wird dafür ein Code angebracht, der von automatischen Scannern auf den Pollern gelesen wird. „Bei Schranken hätten wir rund 2.000 Schlüssel an die fahrberechtigten Waldbesitzer, Landwirte, Jäger, die Alm-, Freizeit und Dienstleistungsbetriebe sowie die Blaulichtorganisationen ausgeben müssen. Eine unerlaubte Weitergabe dieser Schlüssel ist kaum zu überprüfen, ebenso können durch verlorene Schlüssel Probleme entstehen“, erläutert Forstamtsleiter DI Andreas Wildauer.

Gefördertes Pilotprojekt

Der Probebetrieb startet nun auf dem neu errichteten Umbrüggleralmweg. Die betroffenen 20 WaldbesitzerInnen, die AlmbetreiberInnen, das Forstpersonal, JägerInnen sowie Einsatzkräfte erhalten für ihre Fahrzeuge die elektronischen Zufahrtsberechtigungen. Nach der knapp einjährigen Probephase werden die Poller auf den beiden anderen Forstwegen installiert. „Wir haben mit der Testphase bewusst auf die Fertigstellung des Umbrüggleralmwegs gewartet, so können wir den Betrieb mit einer überschaubaren Zahl an Betroffenen testen und etwaige Verbesserungen gleich umsetzen. Da es sich um ein Pilotprojekt handelt, gibt es noch keine Erfahrungswerte, auf die wir zurückgreifen können“, erklärt Stadtrat Gruber. Die Gesamtkosten für alle drei Poller inklusive Installation belaufen sich auf rund 110.000 Euro, davon entfallen knapp 50.000 Euro auf die Stadt Innsbruck. Für das Pilotprojekt gibt es eine Förderzusage des Landes Tirol, mit der der übrige Betrag gedeckt wird. (SAKU)