Logo Innsbruck informiert

Stadt bietet Unterstützung für Studierende

Rund 35.000 StudentInnen absolvieren ihre Ausbildungen in Innsbruck. Natürlich benötigen sie auch ein Dach über dem Kopf. Die Stadt Innsbruck gewährt finanziell schwächeren Studierenden eine Mietzins- und Annuitätenbeihilfe.

Welche Änderungen hat der Gemeinderat für die Mietzins- und Annuitätenbeihilfe beschlossen?

Die Stadtgemeinde Innsbruck führte mit 01. September 2016 für die Gewährung einer Mietzins- und Annuitätenbeihilfe eine Anwartschaft von drei Jahren ein. Das bedeutet, dass ein Beihilfenantrag frühestens nach einer unmittelbar vorausgehenden ununterbrochenen Hauptwohnsitzdauer von drei Jahren in Innsbruck gestellt werden kann. Im Sinne der sozialen Treffsicherheit wurde zudem beschlossen, dass diesem Personenkreis jene BürgerInnen gleichzusetzen sind, die insgesamt 15 Jahre mit Hauptwohnsitz in Innsbruck wohnhaft sind bzw. waren (auch mit Unterbrechungen) sowie Personen, die zum Zeitpunkt der Antragstellung ununterbrochen seit sechs Jahren im Gemeindegebiet von Innsbruck berufstätig sind.

Warum wurde die dreijährige Anwartschaft eingeführt?

Damit hat sich die Stadt Innsbruck anderen Tiroler Gemeinden angepasst. Wohnraum ist in der Landeshauptstadt ein knappes Gut. Die Stadt schafft mit zielgerichteten Maßnahmen gute Rahmenbedingungen für leistbares Wohnen. Als Zeichen der Notwendigkeit und Bedeutung der Verwendung von finanziellen Mitteln für leistbares Wohnen bekennt sie sich zu zielorientierten Förderungen – unter anderem des studentischen Wohnbaus aus städtischen Finanzmitteln.

Was passiert mit Studierenden, die bereits Mietzinsbeihilfe bezogen haben, jedoch noch keine drei Jahre mit ihrem Hauptwohnsitz in Innsbruck gemeldet sind?

Der Gemeinderat hat am 17. November 2016 zur Abfederung von Härtefällen die Einführung eines Überbrückungszuschusses für Studierende nach Entfall der Mietzinsbeihilfe beschlossen. Bedürftige Studierende, die unmittelbar vorausgehend Mietzinsbeihilfe bezogen haben, nun aber die Kriterien der dreijährigen Anwartschaft noch nicht erfüllen, bekommen so weiterhin Unterstützung von der Stadt.

„Mit einer Neuregelung bei der Mietzins- und Annuitätenbeihilfe nähert sich Innsbruck anderen Tiroler Gemeinden an. Wir haben aber Maßnahmen beschlossen, um in der Übergangszeit Lösungen für sozial bedürftige Studierende anzubieten.“

Stadtrat Andreas Wanker

Stadtrat Andreas Wanker

Welche weiteren Voraussetzungen müssen für die Gewährung des Überbrückungszuschusses erfüllt werden?

Maßgeblich ist neben der Voraussetzung des unmittelbar vorangegangenen Bezugs der Mietzinsbeihilfe die soziale Bedürftigkeit der/des Studierenden. So darf das Einkommen beider Elternteile zusammen 3.780 Euro netto (im Jahreszwölftel) nicht überschreiten. Dieser Betrag erhöht sich pro Geschwister bis Vollendung des 25. Lebensjahrs um 245 Euro. Zudem darf das Eigeneinkommen der Antragstellerin bzw. des Antragstellers bei einer Tätigkeit von maximal 20 Wochenstunden im Monat 800 Euro netto nicht überschreiten. Dies ist auch bei Gewährung der Mietzinsbeihilfe Voraussetzung.

Wie lange kann der Überbrückungszuschuss in Anspruch genommen werden?

Der Zuschuss wird auf Antrag bis zur Erfüllung der Anwartschaft jeweils ein Jahr lang als Einmalzahlung gewährt. Bei Erwerbstätigen, PensionistInnen sowie BezieherInnen von Arbeitslosenunterstützung deckt die Mindestsicherung größtenteils den vorübergehenden Entfall der Mietzinsbeihilfe. Verbleibende Härtefälle beurteilt das Sozialamt im Einzelnen.

Gibt es andere Unterstützungsmöglichkeiten für StudentInnen in Innsbruck?

Innsbrucker Studierende haben neben der Mietzinsbeihilfe zahlreiche weitere Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung zu erhalten. Darunter fallen Studienbeihilfe, eine Förderung von Auslandsstudien und Studienunterstützung sowie Leistungs- und Förderungsstipendien.

Wodurch unterscheidet sich die Mietzinsbeihilfe für StudentInnen von der Beihilfe für Erwerbstätige und PensionistInnen?

Die Beihilfe ist pauschaliert und beträgt für eine Person 125 Euro, zwei Personen erhalten 175 Euro und drei Personen bekommen maximal 225 Euro. Die Höhe der Miete spielt nur im Anlassfall eine Rolle: Solange StudentInnen einem Nebenerwerb im Ausmaß von etwa 20 Stunden wöchentlich nachgehen und das monatliche Einkommen unter 800 Euro (netto) liegt, bleibt die Miete unberücksichtigt. Das Einkommen der Eltern, die unterhaltspflichtig sind, kann laut Richtlinien berücksichtigt werden.

Wie definiert sich eine Student- Innen-Wohngemeinschaft (WG)?

Eine WG von Studierenden liegt dann vor, wenn in einer gemieteten Wohnung mit Mietvertrag für die gesamte Wohnung (keine Einzelzimmermietverträge) ausschließlich StudentInnen, volljährige Schüler- Innen und Lehrlinge wohnen. Bei einer gemischten WG, in der auch Erwerbstätige leben, ist das Gesamteinkommen für eine Beihilfe in den meisten Fällen zu hoch.

Gibt es noch andere Maßnahmen, abseits der finanziellen Unterstützung?

Parallel zur Änderung bei der Mietzins- und Annuitätenbeihilfe hat der Gemeinderat ein Maßnahmenpaket für studentisches Wohnen verabschiedet. Zur Realisierung mehrerer studentischer Wohnprojekte wird die Stadt Innsbruck alle nötigen Voraussetzungen schaffen.

Wo im Stadtgebiet werden die Projekte umgesetzt?

Geplant sind Einrichtungen beim Projekt Campagne-Reichenau mit rund 250 Plätzen, ebenso viele am angedachten Wohncampus Innrain beim jetzigen Landespolizeikommando, 400 Plätze sollen bei der Technik/Westspange am Areal der BIG/Universität entstehen. Am Steinbockweg gibt es Potenzial für ein Projekt mit rund 100 Plätzen sowie am ehemaligen Standort der Moser Holding beim WUB-Areal in der Ingenieur-Etzel-Straße für rund 500 Plätze. Aktuell gibt es in der Tiroler Landeshauptstadt für knapp 35.000 Studierende mehr als 3.400 Heimplätze.