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Im Juli fanden die Serenaden der Innsbrucker Promenadenkonzerte im Innenhof der Hofburg statt.
Im Juli fanden die Serenaden der Innsbrucker Promenadenkonzerte im Innenhof der Hofburg statt.

Kultur, die lebendige Variable im Innsbrucker Stadtleben

Innsbruck ist ein tirolweites Zentrum für Kultur. Die alpin-urbane Marke schlägt auch hier durch. Viele kulturelle Projekte liefern den entscheidenden Mehrwert, von denen die InnsbruckerInnen profitieren.

Innsbruck punktet mit einem dichten ganzjährigen Kunst- und Kulturprogramm in hervorragender Qualität und Breite. Neben traditionellen Einrichtungen gibt es eine Vielzahl an Initiativen mit Kulturbezug: So beschäftigen sich mehr als 500 Vereine mit dem Thema Kultur. Dazu kommen noch 15 Museen, rund 40 Chöre, 31 Galerien, 26 Musikkapellen und Orchester sowie unzählige Veranstaltungen und Festivals, die dazu beitragen, dass das kulturelle Leben in der Stadt am Inn pulsiert. Besonders unterstrichen wird der kulturaffine Touch der Stadt durch die einhellige Haltung der Stadtführung, dass kulturelle Projekte einen Mehrwert lieferern und für eine anregende Atmosphäre sorgen.

Stadtkultur wird gefördert

Das Stadtarchiv/Stadtmuseum sowie das Museum Goldenes Dachl als Gedächtnis der Stadt, die Stadtbücherei (die bis 2018 ins PEMA 2 in der Amraser Straße übersiedelt) mit ihren mehr als 40.000 Medien und 6.000 E-Medien, die Musikschule, an der rund 4.000 SchülerInnen unterrichtet werden, und die Galerie im Andechshof, die jährlich im Rahmen von elf Ausstellungen junge Kunst präsentiert, sind die Flaggschiffe des städtischen Kulturamts. Darüber hinaus gibt es Förderungen und Preise, deren Entscheidung bzw. Vergabe über den Tisch des städtischen Kulturamts laufen. Auch international macht das Kulturamt auf sich aufmerksam – zum Beispiel mit dem Orgelwettbewerb rund um den Paul-Hofhaimer-Preis, der alle drei Jahre OrgelvirtuosInnen nach Innsbruck holt (Näheres im Kulturteil auf Seite 36: Heftarchiv).
Österreichweit sorgt die Aktion „Innsbruck liest“ für Furore, bei der 10.000 Bücher einer ausgewählten Autorin bzw. eines Autors kostenlos verteilt werden. Mit „Innsbruck International“, einer Biennale der Kunst und Kultur, wird ein weiteres Kulturevent gefördert. Im Frühjahr wurde die Innsbrucker Altstadt dafür speziell in die Aktivitäten eingebaut. Ein Zirkuszelt im Innenhof der Hofburg und Stadttouren zu unterschiedlichen Kleinoden sind nur zwei der Beispiele aus dem diesjährigen Veranstaltungsprogramm. Unter dem Titel „stadt_potenziale innsbruck“ werden junge Ideen mit Stadtbezug umgesetzt. Wer mit offenen Augen durch Innsbruck geht, begegnet immer wieder Kunstprojekten dieser Reihe. Das städtische Kulturamt vergibt dafür Fördergelder an Kunst- und Kulturprojekte, die sich mit Urbanität bzw. Stadt als kulturellen Raum und Innsbruck im Speziellen auseinandersetzen. Beurteilt werden die Arbeiten von einer international zusammengesetzten Jury. Heuer wurden acht eingereichte Kunst- und Kulturprojekte ausgewählt, die mit 70.000 Euro gefördert werden.

Howard Arman wird 1991 mit der künstlerischen Leitung der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik betraut. Dieses Festival der Alten Musik ist weltweit bekannt und lenkt jährlich die Blicke der Musikwelt in die Tiroler Landeshauptstadt.
Howard Arman wird 1991 mit der künstlerischen Leitung der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik betraut. Dieses Festival der Alten Musik ist weltweit bekannt und lenkt jährlich die Blicke der Musikwelt in die Tiroler Landeshauptstadt.

Kulturschmankerln mit Flair

Wer im Sommer in Innsbruck ist, kennt das vielschichtige Kulturprogramm: An vielen Ecken und Enden der Tiroler Landeshauptstadt wird gesungen, gespielt, getanzt und damit Lebensfreude verbreitet. Auch heuer haben sich 18 VeranstalterInnen zusammengetan und präsentieren sich und ihre Initiativen von 24. Mai und bis 03. September unter dem Titel „Kultursommer 2016“. Seit Jahren gilt das sommerliche Programm damit als Erfolgskonzept und begeistert Einheimische wie Gäste gleichermaßen.

Kulturelles Großprojekt am Rennweg

Die Musik steht im Mittelpunkt des nächsten kulturellen Großprojekts, das aktuell in Innsbruck verwirklicht wird. Bis 2018 entsteht zwischen Landestheater und Hofburg ein Quartier für Musik, das zentrale musikalische Initiativen unter einem Dach zusammenführt. Insgesamt zehn verschiedene NutzerInnen werden in das Haus der Musik Innsbruck einziehen. Mit einem Auftragsvolumen von ca. 58 Mio. Euro wird am Standort der ehemaligen Stadtsäle, in direkter Nachbarschaft zu historischen Bauten, ein vom Innsbrucker Architekten Erich Strolz geplantes modernes Haus für Musik und Theater verwirklicht. Ein großer Veranstaltungs- und Probesaal für rund 550 Personen für das Tiroler Symphonieorchester sowie kleinere Säle und Verwaltungs-, Übungsräume bzw. ein Instrumentendepot entstehen dort. Für die Kammerspiele des Tiroler Landestheaters sind eine Bühne mit Zuschauerraum, ein Bühnenturm, eine Black Box, Garderoben und Werkstätten geplant. Auch eine Gemeinschaftsbibliothek für
das Landeskonservatorium, die Musikwissenschaften, das Mozarteum und ein gemeinsames Kompaktarchiv bekommen ihren Platz. Zusätzlich stehen Räume für das Tiroler Landeskonservatorium und das Institut für Musikwissenschaft sowie die Landesvereine Sängerbund, Volksmusikverein und Blasmusikverband bereit. (KR)

3 Fragen an ...

Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer

Innsbruck ist eine alpine Stadt und firmiert vielfach als Sportstadt. Wie passt das mit dem Anspruch einer „Kulturstadt“ zusammen?

Die alpin-urbane Marke gibt die Rahmenbedingungen vor, in denen wir uns bewegen. Innsbruck ist prädestiniert als Sportstadt und hat sich durch die zweifache Austragung der Olympischen Winterspiele sowie vieler anderer sportlicher Großveranstaltungen besonders in diesem Bereich einen Namen gemacht. Innsbruck ist Tirols Kulturhotspot Nummer eins. Unabhängig davon, ob wir vom Tiroler Landestheater, dem Tiroler Symphonieorchester oder dem Kultursommer Innsbruck sprechen, die Landeshauptstadt beheimatet viele Institutionen. Sie werden von allen Tirolerinnen und Tirolern besucht.

Kultur ist mehr als Hochkultur. Wo sehen Sie die Schwerpunkte?
Das Kulturamt der Stadt Innsbruck ist Partner für alle Kulturvereine und Institutionen. Als Kulturreferentin geht es mir darum, einen breiten Kulturbegriff anzulegen. Die Förderung junger Künstlerinnen und Künstler ist uns dabei ein besonders wichtiges Anliegen. Viele unserer Förderungen und Preise unterstützen sie dabei, ihren Weg in der Szene zu gehen. Daneben motivieren Initiativen wie „Innsbruck singt“ dazu, sich selbst mit der Kraft der eigenen Stimme einzubringen und damit ein musikalisches Kollektiv zu begründen.

Dies alles geht natürlich nicht ohne finanzielle Mittel. Wie ist die Stadt im Kulturbereich aufgestellt?

Im Subventionsbereich hat das Kulturamt freie Mittel in der Höhe von 2,4 Mio. Euro zur Verfügung. Inkludiert sind darin die Förderungen für Büchereien, den Innsbrucker Kultursommer, das Volkshaus Innsbruck, die Fördervereinbarungen und die „stadt_potenziale". Dazu kommen noch die Gelder für die Musikschule, die Festwochen der Alten Musik und das Tiroler Landestheater. Dem gegenüber steht das Landesbudget von rund 13 Mio. Euro und das Bundesbudget von 441 Mio. Euro. Die Stadt Innsbruck geht mit den Subventionen verantwortungsbewusst um. Vor allem die über drei Jahre laufenden Fördervereinbarungen zur besseren Planung für Kulturvereine haben sich etabliert.