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Fabian Ochs (Uni Innsbruck), IKB-Vorstand Thomas Pühringer, PSP-Geschäftsführer Karl-Heinz-Alber, Abteilungsvorstand Otto Flatscher (Wohnbauförderung), Landesrätin Beate Palfrader, Vizebürgermeister Franz X. Gruber und IIG-Geschäftsführer Franz Danler (v. l.) informierten über das Pilotprojekt vor der Südfassade des neuen Gebäudes.
Fabian Ochs (Uni Innsbruck), IKB-Vorstand Thomas Pühringer, PSP-Geschäftsführer Karl-Heinz-Alber, Abteilungsvorstand Otto Flatscher (Wohnbauförderung), Landesrätin Beate Palfrader, Vizebürgermeister Franz X. Gruber und IIG-Geschäftsführer Franz Danler (v. l.) informierten über das Pilotprojekt vor der Südfassade des neuen Gebäudes.

Forschungsprojekt mit effizienter Sonnenstromnutzung

Land Tirol und Stadt Innsbruck setzen mit weiteren PartnerInnen auf innovatives Projekt in der An-der-Lan-Straße

Im Olympischen Dorf entsteht aktuell ein „Haus für psychosoziale Begleitung und Wohnen“. Der Verein Psychosozialer Pflegedienst Tirol (PSP), der das Haus mieten und führen wird, begleitet psychisch kranke Menschen nach einem Aufenthalt in der Klinik. Ihnen wird ein vorübergehendes, betreutes Wohnumfeld mit einem therapeutischen Angebot als Hilfestellung am Weg ins eigenständige Leben geboten. Nicht nur dahingehend entsteht damit im Osten der Stadt ein besonderes Projekt, es ist zudem Teil eines innovativen Forschungsprojekts mit dem Ziel einer vollelektrischen Gebäudetechnik auf Basis von Sonnenstrom. ProjektpartnerInnen sind das Land Tirol, die Wohnbauförderung Tirol, die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB), die Universität Innsbruck und die Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG).

Bei dem Pilotprojekt wird eine 200 Quadratmeter große Fläche der Fassade mit einer Photovoltaikanlage, PV-Speicherbatterie und Ladestation für Elektrofahrzeuge gestaltet. „Es ist besonders im Wohnbau wichtig, immer wieder neue Überlegungen anzustellen und neue Methoden zu testen. Seitens des Landes unterstützen wir dieses Pilotprojekt gerne. Schließlich geht es darum, dass man kostengünstiger bauen und wohnen kann – selbstverständlich bei gewohnt hoher Qualität“, betont Landesrätin Dr.in Beate Palfrader.

„Die Umsetzung dieses Pilotprojektes ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Durch die Photovoltaikanlage auf dem Wohngebäude wird elektrische Energie von mehreren Wohnungsnutzerinnen und -nutzern verbraucht. Der Energiebedarf für Heizung und Warmwasseraufbereitung wird im Wesentlichen durch die Anlage abgedeckt“, erklärt Vizebürgermeister Franz X. Gruber.

Fokus auf Nachhaltigkeit

Die gesamte Wohnanlage wird im Passivhausstandard mit einer Komfortlüftung errichtet. Im Rahmen des Forschungsprojektes werden mehrere Bereiche untersucht:

-        Auslotung der Grenzen und Möglichkeiten der elektrischen Anwendung

-        Auswirkungen auf die Energiewende und Dekarbonisierung des Energiesystems

-        Auswirkungen auf Primärenergie, CO2-Bilanz und Energieversorgung

-        Auswirkungen auf leistbares Wohnen (Anschaffung, Energie- und Betriebskosten)

-        Vergleich zwischen verschiedenen leistungsgebundenen Heiz- und Warmwassersystemen

Die ProjektpartnerInnen sind sich einig: „Es entstehen neue Vertriebswege für die Anwendung von erneuerbarem Strom. Im Rahmen des Forschungsprojekts wird der Stromverbrauch untersucht und die Weiterverrechnung als Pauschaltarif über die Nutzfläche geprüft. Dieses Projekt hat das Ziel, den Energiespargedanken zu erhalten.“ Für IIG-Geschäftsführer Dr. Franz Danler liegen die Vorteile auf der Hand: „Durch den Einsatz rein elektrischer Energie zur gesamten Versorgung eines Wohngebäudes verändern sich die Installationsaufwendungen effektiv.“ Bei der Erprobung werden die berechneten gesamten Energieverbräuche als Pauschaltarif über die Nutzfläche verrechnet. „Bei geringerem Verbrauch kommt es dann zu einer Gutschrift und bei höherem zu einer Mehrbelastung“, erläutert Danler.

Das Gebäude

Insgesamt werden im „Haus für psychosoziale Begleitung und Wohnen“ 14 Kleinwohnungen zu je rund 40 Quadratmetern errichtet. Außerdem sind in dem fünfgeschoßigen Baukörper mit Dachgeschoß ein gemeinsamer Aufenthaltsraum mit Kochbereich, Räume für verschiedenste Bewegungs- und Beschäftigungstherapien sowie ein Werkraum geplant. Im Außenbereich werden die Terrassenbereiche gestaltet. Außerdem wurde bei der Planung wie beschrieben besonders auf Nachhaltigkeit gesetzt. (SAKU)